Neujahrskonzert 2012

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Freude schöner Flötentöne
„Pifferari“ bliesen in der Heidelberger Providenzkirche heiter zum „Oh Tannentriumphbaummarsch“ 

Nach der Knallerei zu Silvester wurde am Neujahrstag ordentlich der Marsch geblasen.  Wieder einmal erfüllten die „Pifferari di Santo Spirito“, zu Deutsch also die Pfeifer von Heiliggeist, die Heidelberger Providenzkirche mit einem Feuerwerk brillanter Musikarrangements. Zweimal nacheinander sogar.
Einzug hielt das pfiffige Familienensemble Friederich samt dem langjährigen Heiliggeist-Kantor Peter Schumann mit einem flotten „Carmen-Verschnitt“ frei nach Bizet, in dem auch mal kurz der Hit „Ja, wir san mim Radl da“ aufblitzte.
So ging es weiter mit phantastischen Phantastereien, bei denen selbst die ernsthaftesten Musikgenießer die Hände schon zwischen den Sätzen zusammenklatschten.  Bei diesem Konzert ausnahmsweise mal „Kä Thäma“. Das war ohnehin das Motto der gesamten Darbietung, das trotz aller Heiterkeit nicht vergessenlassensollte,wievirtuosdererst elfjährige Colin, sein Bruder David sowie deren Eltern Margaret und Matthias Friederich mit Peter Schumann die „Variationen und Fuge ohne Thema“ auf ihren zum Teil „exotischen“ Instrumenten wie Wurstfagott, Großbasskrummhorn, Gemshorn, Zugvogelflöte oder Chalumeau spielten.
Für ihre Interpretation der „Alpinen Suite“ in fünf Sätzen frei nach Benjamin Britten gebührt ihnen nicht nur ein Loriot‘ sches Jodeldiplom, sondern die Musiker glänzten auch beim außerordentlich vielfältigen Schweizer „Uhren-Tick-Tack“ preisverdächtig. Und Colin brillierte auf der Doppelocarina auch noch fingerfertig und hochkonzentriert mit seinen Kanons. Von Kopf bis Fuß waren alle auf die Freude schöner Flötentöne eingestellt, die Söhne steppten, die Eltern sorgten für den richtigen Luftzug auf ihren kuriosen Holzblasinstrumenten.  Dazu diverse Soli; prächtig und konzentriert spielte David Friederich auch auf dem klangvollen Marimbaphon.
Kein Thema, aber viele Stilrichtungen:
Vom Country über die „verbockshornte“ Klassik bis zum Rock ’n’ Roll wurde die Freude auf ein musikalisch „artenreiches“ Jahr fulminant gesteigert, und mit einem mit „Oh Tannenbaum“gespickten Aida-Triumphzug wurde das Publikum schon auf das nächste Konzert 2013 eingestimmt, bevor sich der von Matthias Friederich (sonst ernsthaftes Mitglied des Philharmonischen Orchesters Heidelberg) humorvoll moderierte Flötenzirkus mit finaler wie rasanter Artistik auf den Holzblasinstrumenten verabschiedete.
RNZ, Carmen Oesterreich, 03.01.2012